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Anja Anja schrieb am 1. Oktober 2015 um 10:58
Wenn Wunder doch noch geschehen!

Nach vier Jahren Kinderwunschzeit halten wir seit 10 Tagen unsere kleine Tochter in den Armen. Und sind unvorstellbar dankbar und glücklich. Doch während dieser langen Zeit gab es immer wieder Phasen, in denen wir nicht mehr daran geglaubt hatten. In denen die Verzweiflung größer war als die Hoffnung.
Nach zwei Jahren erfolglosen Versuchens wurde bei mir mithilfe einer Bauchspieglung eine Endometriose festgestellt. Kaum wurde diese behandelt, wurde ich auf natürlichem Wege schwanger. Doch leider hielt diese Schwangerschaft nur einige Wochen und eine erneute Schwangerschaft stellte sich in den nächsten Monaten nicht mehr ein. Unser Weg führte mich zunächst in eine Kinderwunschpraxis in München. Zeitgleich las ich das Buch von Annemarie Schweizer-Arau „Hoffnung bei unerfülltem Kinderwunsch“, nahm Kontakt zu ihr auf und begann die Behandlung bei ihr. Es dauerte nicht lange und sie überzeugte uns, ins „KIZ“ und zu Frau Dr. Popovici zu wechseln, eine kleine, sehr persönliche Kinderwunschpraxis in München, die sich vor allem auch auf die „natürliche künstliche Befruchtung“ spezialisiert hat – also ohne jegliche Hormonzugabe. Die Zusammenarbeit beider Ärztinnen war herausragend. Frau Dr. Schweizer-Arau begleitete mich mithilfe ihrer TCM-Methoden, Frau Dr. Popovici von gynäkologischer Seite her. Aus Angst, mir würde die Zeit davon laufen, habe ich zunächst eine „normale“ ICSI durchführen lassen, zwar mit dem Erfolg einer erneuten Schwangerschaft, die jedoch nach wenigen Wochen wieder endete. Ein weiterer Versuch mit Hormonen hat lediglich eine Ausbeute von 4 Eizellen gebracht – wovon sich keine einzige befruchten lies. Danach traute ich mich endlich, die Hormone wegzulassen und dem Rat der beiden Ärztinnen zu folgen: dem Körper zu vertrauen und ihm die Selektion der Eizellen selber zu überlassen. Beim ersten Versuch der „ICSI naturelle“ wurde ich erneut schwanger und halte nun meine Tochter in den Armen. Ich kann jede Frau nur ermutigen, diesen Schritt auch für sich in Erwägung zu ziehen und nicht aus Angst und Verzweiflung zu glauben, dass die Menge der Eizellen die Chancen eines Kindes erhöhen muss. Es reicht eine einzige, um ein Wunder geschehen zu lassen.
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