Gästebuch

Herzlich Willkommen im Gästebuch

ich würde mich über Ihren Eintrag mit Anregungen oder Kritik und Lob sehr freuen. Gerne gebe ich Ihnen hier auch Gelegenheit zum Austausch. Wenn Sie also als Patientin einmal den Kontakt zu anderen Betroffenen suchen, dann schreiben Sie dies hier in das Gästebuch und vergessen Sie nicht, Ihre E-Mail-Adresse einzutragen.

Einen neuen Eintrag für das Gästebuch schreiben

 
 
 
 
 
 
 
Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Eva Eva schrieb am 4. Januar 2022 um 19:18
Liebe Frau Schweizer-Arau,

ich habe Ihr Buch gelesen und am Ende las ich, dass Sie sich über Rückmeldungen freuen und so stand für mich schon lange fest, dass ich das tun möchte.

Ich möchte mich bei Ihnen zu bedanken. Sie haben mir mit dem, was sie im Buch schreiben, Trost geschenkt und Mut gemacht - und zwar zu einer Zeit, als ich das kaum noch woanders finden konnte.

Ich habe eine große Tochter, die gerade neun Jahre alt geworden ist und so war es der Wunsch nach einem zweiten Kind, der mich lange umtrieb. Bei mir war es wie bei so viele Fällen, die Sie beschreiben.
Es war das Weniger statt das Mehr, das bei mir wirkte. Nach einer starken hormonellen Stimulation, zuletzt mit einem Antagonisten-Protokoll, waren plötzlich garkeine Eibläschen mehr zu sehen. Das war für mich der Tiefpunkt. Da war ich 41 und ich dachte, jetzt ist alles vorbei. Nach drei Monaten dann hatte ich dank der Unterstützung durch TCM (Stefan Penns) an beiden Eierstöcken wieder Follikel, wieder einen regelmäßigen Zyklus und eine deutlich stärkere Blutung - und wurde im Zuge einer Insemination schwanger. Es schien, als sei es das Happy End unseres langen Weges.
Doch es kam noch mal ganz anders: In der 32. SSW, beim CTG im Rahmen der Routine-Untersuchung, war plötzlich kein Herzschlag mehr zu sehen. Bis dahin verlief die Schwangerschaft völlig ohne Komplikationen.

Für mich brach eine Welt zusammen und so waren die folgenden Monaten von tiefer Trauer geprägt. Ich nahm mir Zeit, um mich von Mimi, so haben wir sie genannt, zu verabschieden. Das ging so weit, dass wir Mimis Asche bis zu ihrer Beisetzung monatelang bei uns in einer bemalten Urne im Wohnzimmer behielten. Für uns, besonders auch für meine große Tochter, war das der richtige Weg, da uns lange keine klassisches Bestattungsform zusagte. Als sich die Möglichkeit auftat, auf einem Friedhof, der uns gefiel, einen Baum pflanzen zu können, waren wir bereit, das, was von Mimi geblieben war, zu Erde zu tragen.

Ich stand in einer Baumschule und suchte einen Apfelbaum für Mimis Grab aus, als mich der Anruf der Kinderwunsch-Klinik erreichte. Mehr per Zufall war ich Wochen zuvor bei unserer Ärztin, als ich wieder fühlte, dass sich Follikel bildeten. Die Ärztin riet, die gute Chance zu nutzen, am nächsten oder übernächsten Tag sei der Eisprung, und so machten wir eine Insemination. Ich gab nicht viel auf diesen ersten Versuch. So kurz nach dem Verlust und im Kopf noch bei dem verstorbenen Baby, und nunmehr 43 Jahre alt - welches neue Leben sollte ausgerechnet jetzt in mir festmachen?

Doch das tat es. Das war im März diesen Jahres und heute schläft unser gut fünf Wochen alter Sohn Levi friedlich neben mir. Er kam am 22.11.21 zur Welt, am errechneten Termin 😉

Wir sind überglücklich und unendlich dankbar, dass er den Weg zu uns gefunden hat.

Ihnen möchte ich danken: Dafür, dass Sie für einen anderen Weg werben, dass Sie die Geschichten anderer aufzählen und dass sie mich daran erinnert haben, dass man manchmal innehalten, vielleicht einen Schritt zur Seite machen muss, um auf den richtigen Weg zu gelangen.

Mit herzlichsten Grüßen aus Hamburg
EVA
Bitte warten …