Gästebuch

Herzlich Willkommen im Gästebuch

ich würde mich über Ihren Eintrag mit Anregungen oder Kritik und Lob sehr freuen. Gerne gebe ich Ihnen hier auch Gelegenheit zum Austausch. Wenn Sie also als Patientin einmal den Kontakt zu anderen Betroffenen suchen, dann schreiben Sie dies hier in das Gästebuch und vergessen Sie nicht, Ihre E-Mail-Adresse einzutragen.

Einen neuen Eintrag für das Gästebuch schreiben

 
 
 
 
 
 
 
Mit * gekennzeichnete Felder sind Pflichtfelder.
Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.
Endlich Mama Endlich Mama schrieb am 17. August 2022 um 21:51
Liebe Gästebuchleserinnen, 

ich kann es noch immer nicht richtig fassen, dass ich jetzt auch hier eine Erfolgsgeschichte teilen kann. Nach 4 Jahren Kinderwunsch und 6 ICSI Behandlungen ist unser kleines Wunder jetzt schon bald 9 Monate alt und wir gerade vom Papa ins Bett gebracht 🙂

Die Einträge hier haben mir immer sehr viel Kraft gegeben, daher möchte ich euch auch unsere Reise erzählen. Begonnen hat alles ganz klassisch damit, dass wir uns nach der Hochzeit nicht viel Gedanken gemacht haben und einfach die Verhütung weggelassen haben. Nach einem halben Jahr war ich bei meiner Frauenärztin zur Kontrolle. Sie fragte mich ob schmerzhafte Regelblutungen habe - das bejahte ich, ich brauche sehr viel Schmerzmittel während meiner Tage, hatte das aber immer für normal befunden. Zum ersten Mal stand der Begriff  Endometriose im Raum - davon hatte ich vorher noch nie gehört. Da dies aber ja kein Hindernis sein muss machten wir erst mal weiter. Nach ein paar weiteren Monaten während der zwei Freundinnen schwanger wurden erwähnte mein Mann einen Hodenhochstand als Baby. Plötzlich läuteten bei mir die Alarmglocken und ich schickte ihn zum Andrologen. "Auf natürlichem Wege werden Sie keine Kinder bekommen können" war seine Aussage nach dem Spermiogramm. 

Ich schaltete sofort in den Aktionismus Modus, schließlich war ich inzwischen schon 32 Jahre alt. Wir machten einen Termin in der Kiwu Klinik, wechselten die Krankenkasse um die Behandlung erstattet zu bekommen und ich las alles was ich finden konnte über ICSIs. Was ich recherchiert hatte war: liegt das Problem beim Mann und bei der Frau ist alles ok sind die Chancen sehr gut. Puuh, Glück gehabt dachte ich! Also 3 ICSIs durchhalten, dann bekommen wir eben auf diesem Weg ein Kind. Die Endometriose war laut KiWu Klinik nicht relevant, da wir ja die Eileiter eh umgehen.
Doch während der ersten ICSI häuften sich die Hiobsbotschaften, mein AMH Wert war sehr niedrig, mein Körper sprach nicht gut auf die Hormone an und am Ende hatten wir eine einzige Eizelle, die sich zur Blastozyste weiterentwickelte. Nichts zum einfrieren. Aber die Chancen bei einer Blastozyste sind ja nicht schlecht also hatte ich trotzdem noch etwas Hoffnung. Aber sie nistete sich nicht ein. Es folgten ICSI Nr. 2 und 3, jedes Mal mit neuer Hoffnung und jedes Mal mit noch schlechterem Ergebnis. Keine befruchtete Eizelle entwickelte sich zur Blastozyste mehr. Ich war verzweifelt. Die Behandlung in der KiWu Klinik war so unemotional, niemand hatte auch nur ein aufmunterndes oder tröstendes Wort für uns. Ich fing an das Schweigen zu brechen und mit ein paar Freunden darüber zu sprechen. Viele waren eine Hilfe aber was mich so fertig machte waren die "Ratschläge" wir sollten es uns doch nicht so sehr wünschen dann würde es doch klappen. Oder mal in Urlaub fahren. Ich bekomme heute noch soooo eine Wut im Bauch wenn das Leute sagen. Wie soll man denn bitte eine Kinderwunschbehandlung durchstehen ohne sich dabei ein Kind zu wünschen. Unfassbar. 

Wir begannen uns mit Alternativen auseinander zu setzen. Aber wir mussten feststellen, dass es zum einen fast keine Kinder mehr gibt, die zur Adoption freigegeben werden, zum anderen der Prozess viele Jahre dauert und wir eigentlich schon zu alt dafür sind. Auch Auslandsoptionen sind heute fast nicht mehr möglich und mit ca. 4 Jahre Wartezeit verbunden.  

Wir machten eine lange Pause. Ich konnte nicht mehr. Um mich rum wurden gefühlt alle schwanger und ich brach zu vielen Freundinnen den engen Kontakt ab. Ich hatte keine Kraft mehr dafür, sie mit ihren Babys zu sehen. Aber ich konnte nicht aufgeben. Für ICSI Nr. 4 wechselten wir die Ärztin innerhalb der Klinik. Sie schlug eine Bauchspiegelung und Gebärmutterspiegelung sowie eine Untersuchung auf Killerzellen vor. Ich hatte danach sehr starke Schmerzen. Die Endometriose wurde bestätigt und Endometrioseherde entfernt, leider wurden auch stark erhöhte Killerzellen festgestellt. Mit neuer Hoffnung starteten wir wieder, die Killerzellen wurden behandelt, die Endometriose war aus dem Weg und alles gut durchgespült. Ich startete außerdem parallel dazu eine therapeutische Frauenmassage und brachte nochmal alle Kraft auf. Das Ergebnis war wiederum schlechter als die Behandlungen vorher, nur eine Eizelle hat sich befruchten lassen und diese entwickelte sich nicht gut. Ich war wieder mal - nicht schwanger. Ich fiel in ein tiefes Loch. Mir half der Spruch von J.K Rowling: "Once I hit rock bottom I found it was a solid ground to stand on." Irgendwie rappelte ich mich nach Monaten wieder auf. Ich konnte den Kinderwunsch nicht gehen lassen. 

Für Versuch Nr. 4 wechselten wir die Klinik. Eine weitere Klinik bei uns in der Nähe wollte uns nicht behandeln aber wir fanden eine Klinik, die einen sehr guten Ruf für ihr Labor hatte und uns nochmal Mut machte. Mit neuer Hoffnung und neuem Protokoll. Leider war das Ergebnis niederschmetternd. Nur noch eine einzige Eizelle an Tag 2 am Leben, mit schlechter Qualität. Noch während sie mir die Eizelle einsetzten rieten sie mir von einer weitere Behandlung ab. 

Ich war wieder einmal am Tiefpunkt. Zum Glück kannte ich mich dort schon aus. Ich konnte mir ein Leben ohne Kind nicht vorstellen und während der letzten Behandlung hatte ich so oft von einem Baby geträumt. Ich konnte schon fühlen, wie ich es im Arm hielt. Es war doch so nah und wollte zu uns kommen. Ich recherchierte gefühlt das Internet leer. Irgendwie kam ich über das Thema Endometriose an Frau Dr. Schweizer-Arau. Kurzentschlossen rief ich sie an um mich für einen Workshop auf die Warteliste setzen zu lassen. Leider fanden aufgrund von Corona gerade keine statt und die Warteliste war sehr lang. Aber irgendwie schaffte sie es, mir in knapp 20 Minuten Telefonat so wahnsinnig viel Mut zu machen! "Ja wie viele Kinder wollen Sie denn?!?" fragte sie. Und sie sagte mir, dass Frauen mit Endometriose die geborenen Mütter sind. Sie riet mir zur natürlichen ICSI bei Fr. Dr. Popovici und parallel dazu eine TCM Behandlung. 

Im Dezember 20 hatten wir den ersten Termin bei Fr. Dr. Popovici. Sie verfrachtete den größten Teil unserer unzähligen Diagnosen in "Ablage P" und sagte wir sollten es bei ihr versuchen aber Geduld mitbringen. Im Januar startete ich die zudem die TCM Behandlung. Wir fuhren knapp 400km nach München für die Untersuchungen und Behandlung bei Fr. Dr. Popovici. Nach der ersten ICSI im Februar im natürlichen Zyklus, ohne hormonelle Stimulation und ohne Vollnarkose hatten wir eine wunderschöne Blastozyste, ein paar Tage nach dem Transfer fühlte ich es innerlich - ich bin schwanger. Der Schwangerschaftstest bestätigte es ein paar Tage später. Es ist einfach unglaublich. Nach einem so schweren und langen Weg war es am Ende so einfach. 
Ich möchte allen Frauen da draußen Mut machen, nicht aufzugeben. Wenn ihr in euch fühlt dass ein Kind zu eurem Leben dazu gehört und ihr darum kämpfen wollt, dann tut das! Lasst euch nicht von den Leuten einreden ihr wärt selber schuld an der Kinderlosigkeit weil ihr euch zu sehr ein Kind wünscht. Was für ein Schwachsinn. Für uns war die natürliche ICSI am Ende der entscheidende Weg, mein Körper hatte einfach aufgrund der Endometriose die hohen Hormondosen nicht vertragen. Auf natürlichem Weg produzierte er eine perfekte Eizelle - und unser kleiner Sohn konnte endlich zu uns kommen 🙂 

DANKE an Frau Dr. Schweizer-Arau und Frau Dr. Popovici. Sie leisten wirklich Außergewöhnliches!!!
Bitte warten …