Gästebuch
Herzlich Willkommen im Gästebuch
ich würde mich über Ihren Eintrag mit Anregungen oder Kritik und Lob sehr freuen. Gerne gebe ich Ihnen hier auch Gelegenheit zum Austausch. Wenn Sie also als Patientin einmal den Kontakt zu anderen Betroffenen suchen, dann schreiben Sie dies hier in das Gästebuch und vergessen Sie nicht, Ihre E-Mail-Adresse einzutragen.
Von heute aus betrachtet, weiss ich, dass meine Probleme bereits sehr früh in der Pubertät begonnen haben: immer wieder hatte ich während der Periode beim Sport starke Schmerzen und das Gefühl keine Luft zu bekommen, aber meine Mutter meinte damals nur: „Periodenschmerzen bildet man sich ein“ und auch die Sportlehrer in der Schule zeigten wenig Verständnis. Also hielt ich es aus. Mit 20 bekam ich eine starke HPV Infektion mit allerlei Begleitinfektionen, die auch in der Uniklinik, die damals mit Lasertherapie arbeitete, nicht so einfach behandelt werden konnte und ein junger Assistenzarzt empfahl damals eine Gebärmutterentfernung. Auch wenn ich mir um Kinder noch überhaupt keine Gedanken gemacht hatte, sass der Schock tief. Ich wechselte von der anonymen Uniklinik in eine Privatpraxis und das Thema Gebärmutterentfernung war erstmal vom Tisch. Trozdem kämpfte ich immer stärker mit ständig wiederkehrenden Infektionen. Von dauernden Harnwegsinfekten, Nierenbeckeninfektionen, starken plötzlichen Unterbauchbeschwerden bis hin zu Migräneanfällen, Aphten im Mund, Fibromyalgie und Ausschlägen an den Händen hatte ich alles und rannte von einem Arzt zum nächsten. Die Beschwerden nahmen immer größeren Raum ein und irgendwann war ich nicht mehr in der Lage meinem Alltag beschwerdefrei standzuhalten, bekam Probleme in der Uni und entwickelte eine massive Depression.
Erst zu diesem Zeitpunkt wurde wegen der immer stärker werdenen Unterbauchbeschwerden eine Bauchspiegelung gemacht und starke Verklebungen an der Bauchdecke entfernt. Endometriose wurde dabei nicht diagnostiziert und anscheinend fragte sich auch damals niemand, woher die Verklebungen stammten. Mir wurde mitgeteilt, dass eigentlich alles im Bauchraum (ausser den paar Verklebungen) in Ordnung sei und eigentlich keine Ursache für meine Schmerzen bestünden.
Egal – nach der Operation waren die Schmerzen wie weggeblasen und auch die Infektionen gingen zurück. Ich glaubte an einen Plazeboeffekt und, dass meine Beschwerden wohl rein psychische Ursachen gehabt hätten. So wurde es mir vermittelt. Ich war wieder viel aktiver und konnte endlich mein Leben wieder in die Hand nehmen. Trotzdem setzten nach ca einem halben Jahr wieder die ersten Infektionen und unklare Beschwerden ein, aber es blieb im Rahmen und auszuhalten.
2011 kam ich mit starken Unterbauchbeschwerden, hohem Fieber und stark erhöhten Leukozyten ins Krankenhaus und musste notoperiert werden. Dabei stellte sich heraus, dass der gesamte Bauchraum verwachsen war, die starken Beschwerden hatte eine geplatze Schokoladenzyste ausgelöst. Endlich nach über 11 Jahren Beschwerden gab es eine Diagnose: Endometriose Stufe IV mit Organbeteiligung. Ich war unsagbar erleichtert. Endlich gab es einen Namen für meine unerklärlichen Beschwerden, etwas womit man arbeiten konnte. Sofort wurde der Zyklus stillgelegt und ich für eine halbes Jahr bis zur nächsten OP in die künstlichen Wechseljahre versetzt. Es folgten ein halbes Jahr Hitzewallungen, Kurzatmigkeit und extreme Reizbarkeit, aber schliesslich wusste ich ja wofür ich das ganze machte. Direkt nach der Operation sagte mir der Operateur, dass ich auf natürlichem Wege wohl keine Kinder kriegen könnte und er mir die Vorstellung in der Kinderwunschsprechstunde dringend anraten würde, da eine Schwangerschaft auch der beste Weg sei die Endometriose in den Griff zu bekommen. Noch immer hatte ich mir nicht tatsächlich Gedanken um Kinder gemacht, aber ich war inzwischen verheiratet und über 30 und natürlich wollten wir irgendwann Kinder. Also hatte ich meinen ersten Termin in der Kinderwunschsprechstunde noch am Tropf direkt in der Uniklinik. Mein Zyklus wurde bis zur künstlichen Befruchtung wieder stillgelegt und im Januar 2012 hatten wir unsere erste IVF. Irgendwie hatten wir uns wohl vorgestellt, dass es doch einfach sein müsste ein Kind zu bekommen, wenn die Natur ausgeschaltet ist, aber ich wurde nicht schwanger. Da ich schon sehr hoch stimuliert wurde, trotzdem aber kaum Eizellen entnommen werden konnten, wurde uns eine ICSI empfohlen. Wieder wurde der Zyklus stillgelegt und anschliessend sehr hoch stimuliert. Trotzdem konnte nur eine Eizelle entnommen werden und nach Rückgabe bekam ich eine heftige allergische Reaktion, bei der das gesamte Gesicht anschwoll. Niemand konnte sich erklären woher diese heftige Reaktion kam. Meine sehr engagierte HNO Ärztin erzählte mir vom Netzwerk Frauengesundheit von Frau Prof. Gerhard bei der ich das erste Mal auf Frau Dr. Schweizer-Arau stieß. Ich kam auf die Warteliste und durfte im September 2012, nachdem es mir wieder ziemlich schlecht ging – man hatte mir mitgeteilt, dass eine weitere Endometrioseoperation auf keinen Fall möglich sei bzw. dass das nur noch mit Organentnahme möglich sei - das erste Mal zur Behandlung kommen. Plötzlich bewegte sich etwas und auch meine anderen Beschwerden und ständigen Infekte wurden endlich ernstgenommen. Frau Dr. Schweizer schickte mich zu Frau Dr. Popovici, damit sie sich den Stand der Endometriose nochmal anschaute und um zu überlegen, ob nicht doch eine weitere Operation nötig sei bevor man im natürlichen Zyklus eine weitere IVF versuchen würde. Frau Dr. Popovici war die erste Ärztin, die soviel Erfahrung hatte, dass sie die Endometriose sogar tasten konnte. Frau Dr. Schweizer und Frau Dr. Popovici empfahlen mir die Operation bei Prof. Keckstein in Österreich durchführen zu lassen. Leider streikte jetzt meine Versicherung und weigerte sich schlicht und ergreifend einer Operation im Ausland zuzustimmen. Es war nervenaufreibend: der OP Termin war gesetzt und die Versicherung ließ mich hängen, der medizinische Dienst lehnte ab ohne die Unterlagen vollständig vorliegen zu haben. Prof. Keckstein, Frau Dr. Schweizer und Frau Dr. Popovici schrieben für mich Ateste und telefonierten mit der Versicherung. Drei Tage vor der geplanten Operation bekam ich endlich das ok der Versicherung. Ich war erleichtert und die Operation war großartig. Prof. Keckstein versicherte mir, dass er so operieren würde, dass ich auch nach der Operation noch Kinder kriegen könnte – was laut der deutschen Uniklinik nicht möglich war. Die Endometriose wurde vollständig entfernt, sowie auch ein grosses Stück Darm. 24 Stunden nach der Operation stand ich schon wieder und wurde für 10 weitere Tage in der Klinik wunderbar betreut. Zur Sicherheit musste ich noch 2 weitere Wochen in Österreich bleiben, um bei eventuellen Komplikationen in der Nähe der Klinik zu sein. Bei der Nachuntersuchung sagte mir Prof. Keckstein, er sehe eigentlich keinen Grund warum ich nicht schwanger werden sollte und ich sollte einfach mal ein halbes Jahr abwarten.
Frau Dr. Schweizer betreute mich weiterhin und machte mir immer wieder Mut. Ich genoss es sehr, immer wieder an den Ammersee zu kommen und so eine kleine Auszeit zu nehmen. Genau ein halbes Jahr nach der Operation in Österreich war ich tatsächlich und gänzlich ungeplant schwanger. Wir waren total überrascht, da wir nicht mehr wirklich damit gerechnet hatten und uns eigentlich schon vorgenommen hatten zu adoptieren, was wir tatsächlich gerne gemacht hätten.
Jetzt ist unsere Tochter schon vier Monate alt und wir sind jeden Tag aufs neue fasziniert, dass wir sie haben.
Wir sind Ihnen, Frau Dr. Schweizer-Arau, Frau Dr. Popovici und Herrn Prof. Dr. Keckstein sehr dankbar für alles, was Sie für uns getan haben. Manchmal muss man einfach die richtigen Menschen treffen und – das wünsche ich allen Betroffenen – niemals aufgeben.
monikawenke@yahoo.de
Erst zu diesem Zeitpunkt wurde wegen der immer stärker werdenen Unterbauchbeschwerden eine Bauchspiegelung gemacht und starke Verklebungen an der Bauchdecke entfernt. Endometriose wurde dabei nicht diagnostiziert und anscheinend fragte sich auch damals niemand, woher die Verklebungen stammten. Mir wurde mitgeteilt, dass eigentlich alles im Bauchraum (ausser den paar Verklebungen) in Ordnung sei und eigentlich keine Ursache für meine Schmerzen bestünden.
Egal – nach der Operation waren die Schmerzen wie weggeblasen und auch die Infektionen gingen zurück. Ich glaubte an einen Plazeboeffekt und, dass meine Beschwerden wohl rein psychische Ursachen gehabt hätten. So wurde es mir vermittelt. Ich war wieder viel aktiver und konnte endlich mein Leben wieder in die Hand nehmen. Trotzdem setzten nach ca einem halben Jahr wieder die ersten Infektionen und unklare Beschwerden ein, aber es blieb im Rahmen und auszuhalten.
2011 kam ich mit starken Unterbauchbeschwerden, hohem Fieber und stark erhöhten Leukozyten ins Krankenhaus und musste notoperiert werden. Dabei stellte sich heraus, dass der gesamte Bauchraum verwachsen war, die starken Beschwerden hatte eine geplatze Schokoladenzyste ausgelöst. Endlich nach über 11 Jahren Beschwerden gab es eine Diagnose: Endometriose Stufe IV mit Organbeteiligung. Ich war unsagbar erleichtert. Endlich gab es einen Namen für meine unerklärlichen Beschwerden, etwas womit man arbeiten konnte. Sofort wurde der Zyklus stillgelegt und ich für eine halbes Jahr bis zur nächsten OP in die künstlichen Wechseljahre versetzt. Es folgten ein halbes Jahr Hitzewallungen, Kurzatmigkeit und extreme Reizbarkeit, aber schliesslich wusste ich ja wofür ich das ganze machte. Direkt nach der Operation sagte mir der Operateur, dass ich auf natürlichem Wege wohl keine Kinder kriegen könnte und er mir die Vorstellung in der Kinderwunschsprechstunde dringend anraten würde, da eine Schwangerschaft auch der beste Weg sei die Endometriose in den Griff zu bekommen. Noch immer hatte ich mir nicht tatsächlich Gedanken um Kinder gemacht, aber ich war inzwischen verheiratet und über 30 und natürlich wollten wir irgendwann Kinder. Also hatte ich meinen ersten Termin in der Kinderwunschsprechstunde noch am Tropf direkt in der Uniklinik. Mein Zyklus wurde bis zur künstlichen Befruchtung wieder stillgelegt und im Januar 2012 hatten wir unsere erste IVF. Irgendwie hatten wir uns wohl vorgestellt, dass es doch einfach sein müsste ein Kind zu bekommen, wenn die Natur ausgeschaltet ist, aber ich wurde nicht schwanger. Da ich schon sehr hoch stimuliert wurde, trotzdem aber kaum Eizellen entnommen werden konnten, wurde uns eine ICSI empfohlen. Wieder wurde der Zyklus stillgelegt und anschliessend sehr hoch stimuliert. Trotzdem konnte nur eine Eizelle entnommen werden und nach Rückgabe bekam ich eine heftige allergische Reaktion, bei der das gesamte Gesicht anschwoll. Niemand konnte sich erklären woher diese heftige Reaktion kam. Meine sehr engagierte HNO Ärztin erzählte mir vom Netzwerk Frauengesundheit von Frau Prof. Gerhard bei der ich das erste Mal auf Frau Dr. Schweizer-Arau stieß. Ich kam auf die Warteliste und durfte im September 2012, nachdem es mir wieder ziemlich schlecht ging – man hatte mir mitgeteilt, dass eine weitere Endometrioseoperation auf keinen Fall möglich sei bzw. dass das nur noch mit Organentnahme möglich sei - das erste Mal zur Behandlung kommen. Plötzlich bewegte sich etwas und auch meine anderen Beschwerden und ständigen Infekte wurden endlich ernstgenommen. Frau Dr. Schweizer schickte mich zu Frau Dr. Popovici, damit sie sich den Stand der Endometriose nochmal anschaute und um zu überlegen, ob nicht doch eine weitere Operation nötig sei bevor man im natürlichen Zyklus eine weitere IVF versuchen würde. Frau Dr. Popovici war die erste Ärztin, die soviel Erfahrung hatte, dass sie die Endometriose sogar tasten konnte. Frau Dr. Schweizer und Frau Dr. Popovici empfahlen mir die Operation bei Prof. Keckstein in Österreich durchführen zu lassen. Leider streikte jetzt meine Versicherung und weigerte sich schlicht und ergreifend einer Operation im Ausland zuzustimmen. Es war nervenaufreibend: der OP Termin war gesetzt und die Versicherung ließ mich hängen, der medizinische Dienst lehnte ab ohne die Unterlagen vollständig vorliegen zu haben. Prof. Keckstein, Frau Dr. Schweizer und Frau Dr. Popovici schrieben für mich Ateste und telefonierten mit der Versicherung. Drei Tage vor der geplanten Operation bekam ich endlich das ok der Versicherung. Ich war erleichtert und die Operation war großartig. Prof. Keckstein versicherte mir, dass er so operieren würde, dass ich auch nach der Operation noch Kinder kriegen könnte – was laut der deutschen Uniklinik nicht möglich war. Die Endometriose wurde vollständig entfernt, sowie auch ein grosses Stück Darm. 24 Stunden nach der Operation stand ich schon wieder und wurde für 10 weitere Tage in der Klinik wunderbar betreut. Zur Sicherheit musste ich noch 2 weitere Wochen in Österreich bleiben, um bei eventuellen Komplikationen in der Nähe der Klinik zu sein. Bei der Nachuntersuchung sagte mir Prof. Keckstein, er sehe eigentlich keinen Grund warum ich nicht schwanger werden sollte und ich sollte einfach mal ein halbes Jahr abwarten.
Frau Dr. Schweizer betreute mich weiterhin und machte mir immer wieder Mut. Ich genoss es sehr, immer wieder an den Ammersee zu kommen und so eine kleine Auszeit zu nehmen. Genau ein halbes Jahr nach der Operation in Österreich war ich tatsächlich und gänzlich ungeplant schwanger. Wir waren total überrascht, da wir nicht mehr wirklich damit gerechnet hatten und uns eigentlich schon vorgenommen hatten zu adoptieren, was wir tatsächlich gerne gemacht hätten.
Jetzt ist unsere Tochter schon vier Monate alt und wir sind jeden Tag aufs neue fasziniert, dass wir sie haben.
Wir sind Ihnen, Frau Dr. Schweizer-Arau, Frau Dr. Popovici und Herrn Prof. Dr. Keckstein sehr dankbar für alles, was Sie für uns getan haben. Manchmal muss man einfach die richtigen Menschen treffen und – das wünsche ich allen Betroffenen – niemals aufgeben.
monikawenke@yahoo.de