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Sandra Sandra schrieb am 29. November 2014 um 21:45
Zum ersten Mal kamen wir 2008 mit den Begriffen IvF und ICSI in Berührung. Nachdem sich 2 Jahre nach unserer Hochzeit der gewünschte Kindersegen nicht einstellen wollte suchten wir Rat in einer Kinderwunschklinik vor Ort. Uns wurde ohne jegliches Fingerspitzengefühl ins Gesicht gesagt, dass wir bei einem derart schlechten Spermiogramm niemals natürlich schwanger werden würden – es gäbe nur einen Weg für uns zu einem gemeinsamen Kind zu kommen: die stimulierte ICSI. Daran ließ der Reproduktionsmediziner keinen Zweifel. 
Für mich stürzte eine Welt zusammen und ich brach in Tränen aus, was den Arzt nur wenig beeindruckte. Er meinte nur trocken darauf, wir sollten am besten gleich im nächsten Zyklus mit der Behandlung starten. 
Wir waren ziemlich überrumpelt, stimmten dem aber aus Verzweiflung zu.

Ziemlich am Boden zerstört und ohne jegliche Vorkenntnis begaben wir uns 2008 sehr blauäugig in unsere erste IVF Behandlung. 

Leider sprach ich nur sehr schwach auf die Menogon Gabe an und es wurde immer höher dosiert, bis zu 450 Einheiten am Tag. Ich war sehr geschwächt, hatte mit sämtlichen Nebenwirkungen (lähmende Müdigkeit, Kopfschmerzen und Schweißausbrüche) zu kämpfen, ließ aber alles über mich ergehen. 
Auch die lieblose Massenabfertigung mit absurden Wartezeiten von bis zu 5 Stunden.

Letztendlich wurden mir 7 Eizellen entnommen und 2 Embryos (1xA, 1xB) wurden am zweiten Tag transferiert.

Zu unserem aller größten Glück nistete sich ein Embryo ein und 2009 kam unser Töchterchen auf die Welt. 

Alles war perfekt, bis sich in den darauffolgenden Jahren der Wunsch nach einem zweiten Kind einstellte. 

Also entschlossen wir uns zu einer weiteren ICSI Behandlung. Diesmal suchte ich das Kinderwunschzentrum mit Bedacht aus. Ich wollte eine individuellere und menschlichere Betreuung. Auch ein lockereres Embryonenschutzgesetz schien mir von Vorteil.
So fuhren wir im Januar 2012 zu unserem zweiten ICSI-Zyklus nach Wels (Österreich). Die Stimulation erfolgte mit Merional und Gonal, die bekannten Nebenwirkungen nahm ich in Kauf und es wurden 7 Eizellen entnommen. Diese wurden weiterkultiviert und es kamen 3 wunderschöne Blastozysten (2xA, 1xB) zum Vorschein. Eine davon wurde transferiert und 2 kryokonserviert. Die sympathische Ärztin war mit dem Zwischenergebnis sehr zufrieden und unsere Erwartungshaltung war dementsprechend groß. Die Enttäuschung über den negativen Schwangerschaftstest traf uns hart und unerwartet.

Nachdem ich mich langsam von dem Schock erholt hatte stand auch schon fest, dass wir gleich im Februar unser Glück mit den Eisbärchen, den 2 kryokonservierten Embryonen, versuchen wollten. Doch auch diesmal war das Glück nicht auf unserer Seite. Ich fiel in ein tiefes Loch und Verzweiflung machte sich breit.

Tage- und Nächtelang durchforstete ich das Internet nach weiteren, effektiveren Behandlungsmethoden und las alle Kinderwunsch-Foren rauf und runter. Dabei stieß ich immer wieder auf einen Arzt in München, der in allen Foren als einer der besten Reproduktionsmediziner deutschlandweit gelobt wurde. 
Wir bekamen zwar erst 5 lange Monate später einen Termin bei ihm, fühlten uns aber sehr gut beraten und schöpften neue Hoffnung.
Vertrauensvoll gaben wir uns sämtlichen Untersuchungen hin und scheuten keine Kosten. Somit hielten wir wenige Wochen später ein Zytogenetisches Gutachten, ein Molekulargenetisches Gutachten, einen Immungenetischen Befundbericht und natürlich ein neues Spermiogramm in den Händen. Und eins wurde schnell klar, mein Mann und ich haben so ungünstige genetische Übereinstimmungen, dass es an ein Wunder grenzt, dass wir ein gemeinsames Kind haben.

Dennoch wurde ein Behandlungsplan auf unsere körperlichen Defizite hin ausgearbeitet, der zwar auch vorsah mit Menogon zu stimulieren, dann aber gezielt die Einnistung fördern sollte mit einer Einnistungsspülung am Tag des Transfers und mit Gaben von Brevactid, Granocyte, Clexane, Utrogest und ASS in der zweiten Zyklushälfte.

Die Stimulation im August 2012 ertrug ich in gewohnter Manier, obwohl ich sie diesmal noch schlechter als die Male zuvor vertrug. Es kam zu Zwischenblutungen und es war nicht klar ob wir die Stimulation abbrechen. Zum ersten Mal wurde ich mit dem Begriff „Low Responder“ konfrontiert. 

Ich zählte also zu den Frauen, die auf eine hormonelle Stimulation nur schlecht reagieren, d.h. wenig Follikel produzieren. Das traf mich sehr, war ich doch bis zu diesem Zeitpunkt immer ganz glücklich über meine 6-7 Follikel, zumal die Qualität der Eizellen auch immer ganz gut war. 
Dennoch relativierten die Ärzte daraufhin bald meine Chancen schwanger zu werden. Mein Alter (36) wurde kritisch beäugt und mein schlechter AMH-Wert und meine Ovarielle Insuffizienz standen fortan im Mittelpunkt des ganzen Behandlungsverlaufes. Ich fühlte mich elend alt und hatte furchtbare Panik dass die Menopause einsetzt und ich damit meinen Herzenswunsch, ein zweites Kind, endgültig aufgeben müsste.

Dennoch wurden 5 Follikel punktiert und zwei Embryonen (1xA, 1xB) standen uns zur Verfügung, von denen eins transferiert und eins kryokonserviert wurde.

Der Behandlungsablauf in der Praxis stellte mit enormen Wartezeiten von bis zu 7 Stunden wieder eine logistische Herausforderung für uns dar. Immerhin musste nicht nur zu jedem Praxisbesuch eine Fremdbetreuung für unserer Tochter organisiert werden sondern es mussten auch alle Geschäftstermine meines Mannes immer spontan so gelegt werden, dass er mich zur Punktion begleiten konnte. Meistens war das mit einem enormen Aufwand und unzähligen Lügen verbunden. 

Wieder befanden wir uns, trotz des diesmal sympathischen Arztes, in einer Massenabfertigung, mit starren Praxisabläufen und größtenteils unfreundlichen und unsensiblen Mitarbeitern.

Der Schwangerschaftstest war negativ.

Mein darauffolgender Geburtstag sollte der schlimmste in meinen bisherigen Leben werden. Ich sah’ es als Ironie des Schicksaals an nach 3 zweiwöchigen nervenaufreibenden Warteschleifen in den letzten Monaten jetzt auch noch ein Jahr älter zu werden. Ich hatte furchtbare Angst davor, dass mein AMH-Wert weiter sinkt und sich meine Chancen rapide verschlechtern. Es kränkte mich so sehr nur noch auf meine Ovarielle Insuffizienz reduziert zu werden. Es gab kaum noch einen anderen Gedanken in meinem Kopf und wieder fiel ich in ein tiefes Loch.
Doch der Wettlauf mit der Zeit hatte begonnen.


Mein einziger Lichtblick war ein erneuter Versuch und die Hoffnung auf einen positiven Schwangerschaftstest. 


Also begab ich mich gleich im November 2012 wieder in einen Stimulationszyklus.
Zur besseren Follikel-Ausbeute nahm ich im Vorzyklus täglich 50 mg DHEA, zur besseren Durchblutung der Gebärmutter bekam ich L-Arginin.
Stimuliert wurde mit inzwischen 600 Einheiten Merional. Es wurden eine Einnistungsspülung und eine Endometriumsbiopsie (für bessere Einnistungschancen) vorgenommen.

7 Eizellen wurden entnommen von denen sich aber nur 2 befruchten ließen.

In der zweiten Zyklushälfte versuchte ich verzweifelt den 2 Embryonen mit Brevactid, Granocyte, Utrogest, Clexane und ASS eine optimale Situation zum Einnisten zu ermöglichen. Kurz nach dem Transfer bekam ich aber eine Erkältung die mich niederstreckte. Leider blieben auch diesmal alle Bemühungen ohne Erfolg.

Im Nachhinein gesehen habe ich mir zu viele Behandlungen in zu kurzer Zeit zugemutet. Mein Körper und auch mein Kopf waren von den Hormonen erschöpft und ausgelaugt. In den folgenden Wochen und Monaten reihte sich eine Erkältung an die nächste und ich hatte den Eindruck gar nicht mehr richtig gesund zu werden.

Dennoch war ich getrieben von meiner Ovariellen Insuffizienz. Jeder Monat zählte! Jeder verstrichene Zyklus war eine verschwendete, eine kostbare Eizelle.
Ich war gefangen in meinem Gedanken-Karussell, das mich zu tiefen Abgründen meiner Psyche führte.
Ich kapselte mich von der Außenwelt ab und stieß jedem vor den Kopf, der es wagte uns nach weiteren Nachwuchs zu fragen. Wir hielten unser Leiden ohnehin streng geheim, die Scham über das immer wiederkehrende Versagen war zu groß. 

Im Januar 2013 beschloss ich einen neuen Versuch zu starten um endlich von meinem Leid erlöst und schwanger zu werden.

Diesmal sollte es eine „sanfte Stimulation“ sein mit dem Medikament Letrozol. 
2 Eizellen wurden entnommen, eine ließ sich befruchten, die zusammen mit der letzten kryokonservierten Eizelle transferiert wurde.
Die zweite Zyklushälfte wurde, wie in den Behandlungen zuvor medikamentös unterstützt.

In der Warteschleife wurde ich wieder krank und der darauffolgende Schwangerschaftstest war erwartungsgemäß wieder negativ. 

10 Wochen Warteschleife, zwischen Hoffen und Bangen, und 5 schmerzende Enttäuschungen in Form von negativen Schwangerschaftstests, innerhalb eines Jahres, hinterließen tiefe Spuren, mal ganz abgesehen von sehr, sehr viel Geld das wir umsonst ausgegeben hatten.

Erschöpft, ausgelaugt und dauer-krank ging ich zu einer Therapeutin vor Ort, die sich auf sanfte, alternative Therapiemöglichkeiten für Kinderwunsch-Patientinnen spezialisiert hat. 
Sehr langsam erholte ich mich die darauffolgenden Monate von dem Behandlungs-Marathon. Dennoch saß mir die „Zeit“ im Nacken und eigentlich wollte ich mit weiteren Behandlungen loslegen. Doch die Therapeutin riet mir immer wieder eindrücklich davon ab. Anstatt dessen arbeiteten wir an meiner Hormon-Balance und an der Stärkung meines Immunsystems und ich übte mich wiederwillig in Geduld. Doch ich merkte, dass es mir gut tat und dass ich langsam wieder zu Kräften kam und verschob weitere Behandlungszyklen Monat für Monat.

In jeder freien Minute suchte ich im Internet nach Rat. Ich bestellte mir das Buch „Hoffnung bei unerfülltem Kinderwunsch“ und sah in der TCM-Behandlung Hoffnung für mich. Umgehend nahm ich mit Frau Dr. Schweizer-Arau, der Autorin des Buches, Kontakt auf. Doch leider kam ich nur auf die Warteliste.

Zwischenzeitlich wurde unser Fall von den Münchner Ärzten im Konsil besprochen.
Überraschenderweise war der Cross-Match-Test zwischen mir und meinem Mann negativ, was nach einer Geburt eines gemeinsamen Kindes im 10-Jahres Zeitraum sehr ungewöhnlich ist.
Sie haben uns deshalb zu einer Immuntherapie mit Partnerlymphozyten geraten. (Dazu werden die Lymphozyten des Partners zur Immunisierung der Frau eingesetzt um eine Modulation des Immunsystems im Hinblick auf eine folgende Schwangerschaft zu erreichen.)
Bald darauf saßen wir auch schon bei einem Facharzt bei einem Beratungsgespräch. Ich hatte von Anfang an große Bedenken vor diesem Thema. Ich bin Allergiker und fragte mich, wie sich die Immunisierung auf meinen Körper und auf die Allergien auswirken würde.
Die Ärzte spielten meine Angst herunter und meinten, dass ich bestenfalls durch die Immunisierung von meinen Allergien geheilt werden würde. So recht glauben wollte ich das nicht und habe die Entscheidung vor mir her geschoben. Aber selbstverständlich habe ich es nicht ausgeschlossen mich einer solchen Behandlung zu unterziehen – ich hätte jede Therapie gemacht die mich näher an mein Ziel gebracht hätte.

Aber zunächst wollte ich es doch noch einmal mit einer weiteren ICSI probieren.
Mein Arzt berichtete mir von einem neuen Medikament auf das Low-Responder, wie ich, gut ansprechen würden. 

Also startete ich im Dezember 2013 hoffnungsvoll mit meiner 5. ICSI Behandlung, die mit Abstand die teuerste Behandlung von allen wurde! Stimuliert wurde mit dem hochgelobten Medikament Elonva, das aus Ovarialzellen des chinesischen Hamsters hergestellt wird (Kosten pro Spritze 1.000 €) und Merional.
Zunächst verlief die Stimulation gut und 8-9 Follikel wuchsen heran. Doch nach kurzer Zeit bekam ich die Nebenwirkungen stark zu spüren: lähmende Müdigkeit, Übelkeit, Kopfschmerzen und vor allem aber starke Herzrhythmusstörungen, die mich in Panik versetzten. Mit aller Kraft zog ich die Stimulation durch, hatte ich doch die Hoffnung auf eine große Ausbeute an Eizellen.
Euphorisch fuhr ich zur Punktion, doch das Ergebnis war niederschmetternd. 4 Eizellen konnten entnommen werden von denen aber allesamt unreif waren. Eine Eizelle konnte mit viel Mühe nachgereift und befruchtet werden, doch die Qualität des Embryos war nicht gut. In der zweiten Zyklushälfte wurde wieder medikamentös alles versucht um die besten Einnistungschancen zu erreichen.
Wieder bekam ich eine Erkältung und auch der 6. Schwangerschaftstest war negativ.


Mein behandelnder Arzt machte mir nicht mehr viel Hoffnung. Ich hatte das Gefühl, dass er mit diesem Versuch den Glauben an einen positiven Ausgang weiterer Behandlung aufgegeben hatte. 
Er meinte nur mitleidig, dass wir zwar weitere ICSIs im spontanen Zyklus probieren könnten, aber die Chance sei sehr gering, stünde uns doch dann bestenfalls nur eine Eizelle pro Versuch zur Verfügung.

Ich war am Boden zerstört wie noch nie. Hoffnungslosigkeit machte sich breit und ich wusste nicht mehr wie es weitergehen sollte. In meinem tiefen Schmerz befasste ich mich intensiv mit dem Thema Eizellspende. Ich konnte und wollte es nicht hinnehmen, meinen Herzenswunsch nach einem zweiten Kind aufzugeben. Nicht jetzt. Nicht nach so vielen mühsamen Behandlungen, nicht nachdem wir soviel Geld dafür ausgegeben hatten. Und ich war trotzdem nach wie vor davon überzeugt noch eine Verabredung mit einem Kind zu haben! Wenn es nicht mein (genetisch-) eigenes sein konnte, dann zumindest eines, das in meinem Bauch heranwächst. Auch wenn mich die Vorstellung sehr traurig machte und ich mich fragte wie es wäre, wenn das Baby meiner leiblichen Tochter in keiner Weise ähnlich sehen würde?

Und in dieser scheinbar ausweglosen Situation bekam ich plötzlich einen unerwarteten Anruf von Frau Dr. Schweizer-Arau. Ich bin in der Warteliste vorgerückt und ein Behandlungsplatz wäre jetzt für mich frei.
Also machten wir uns auf den Weg nach Dießen am Ammersee, im Gepäck einen dicken Ordner mit allen Unterlagen der Kinderwunschbehandlungen.
Zu meiner allergrößten Verwunderung warf Frau Dr. Schweizer-Arau aber nur einen kurzen Blick in meine Unterlagen und meinte nur lapidar: ein AMH-Wert sei nicht aussagekräftig genauso wenig wie die Diagnose einer Ovariellen Insuffizienz. Meine Körperliche Verfassung sei nicht außergewöhnlich schlecht, wenn ich mich zu Ihr und Ihrer kooperierenden Reproduktionsmedizinerin, Frau Dr. Popovici, in Behandlung begebe, wird es bestimmt klappen mit der Schwangerschaft, da sei sie sich sicher.

Ganz beflügelt von soviel Zuspruch begab ich mich zu Ihr in regelmäßige Behandlung, ungeachtet der doch stattlichen Entfernung von fast 200 km.
Ich bekam diverse TCM- Teemischungen, Pulver, Kapseln und Cremes, wurde geschröpft und akupunktiert (mit Nadeln und brennenden Dochten). 
Ich merkte wie gut es mir auf einmal ging.

4 Monate später fuhren wir zu einem Erstgespräch zu Frau Dr. Popovici nach München, die sich auf IVF Behandlungen im Spontanzyklus spezialisiert hat und eng mit Frau Dr. Schweizer-Arau zusammen arbeitet. 
Die kleine Praxis über den Dächern von München mit einer sehr netten, individuellen Betreuung versprühte regelrecht Charme im Vergleich zu den bisher gesehenen Kinderwunschpraxen und begeisterte uns sofort. 

Also starteten wir im April 2014 mit unserer ersten IVF naturelle, ganz ohne Hormonelle Stimulation, lediglich mit einer Auslösespritze um zeitlich den Eisprung und die Punktion besser aufeinander abstimmen zu können.
Überraschenderweise wuchsen in diesem Zyklus gleich zwei Follikel heran, die beide punktiert, befruchtet und mir eingesetzt werden konnten.
Der ganze Behandlungsablauf war mit einem wesentlich geringerem Aufwand verbunden als die bisherigen, da kaum Wartezeiten entstanden und die Punktion zu dem auch ohne Narkose erfolgte, was gut auszuhalten war. Zudem fand ich es sehr spannend die Punktion unmittelbar mitzubekommen und mein Herz schlug höher, als die nette Biologin aus dem Nebenzimmer uns zurief, sie hat beide Eizellen gefunden.

Leider war der Schwangerschaftstest nach zwei Wochen wieder negativ, aber ich trug es mit Fassung. Ich wusste ich kann gleich im nächsten Monat mit einem neuen Versuch starten, ohne meinem Körper wieder mit hochdosierten Hormonen zu schaden. Zudem bewegte sich die IVF naturelle auch mit ca. 2000 € in einem überschaubaren finanziellen Rahmen und war somit auch in keinster Weise mit einer herkömmlichen IVF zu vergleichen, die uns auch schon mal bis zu 10.000 € kostete.

Guter Dinge startete ich im Mai 2014 mit meiner zweiten ICSI naturelle und es hätte nicht chaotischer kommen können:

Wie im Zyklus davor hatte ich am Tag 10 meines Zyklus um 7.00 Uhr einen Termin bei meiner Gynäkologin vor Ort um bei dem Follikel nach dem rechten zu sehen.
Bei dem Ultraschall war mein Follikel überraschenderweise schon 24,3 mm groß. Da ich im Hinterkopf hatte, dass die Follikel ab einer Größe von 19 mm punktiert werden habe ich dementsprechend panisch bei Frau Dr. Popovici angerufen. 

Sie meinte, dass wir uns noch bis Mittag gedulden müssten, bis wir den LH Wert aus dem Labor bekommen, aber heute würde sie nichts weiter unternehmen. 

Etwas verwirrt und genervt habe ich mich dann auf den Weg nach Dießen gemacht, der Termin bei Frau Dr. Schweizer-Arau war schon seit Wochen ausgemacht.

Um 13.00 Uhr, kurz vor der Ausfahrt nach Dießen habe ich dann einen Anruf von Frau Dr. Popovici erhalten, der LH Wert sei so hoch, ich solle sofort umdrehen und zu ihr nach München zur Punktion kommen. 

Meinem Mann wurden am Vormittag zufällig Geschäftstermine abgesagt somit war er überhaupt in der Nähe und verfügbar und ist aus der entgegengesetzten Richtung nach München geeilt.

Die Punktion war eine Zitterpartie - niemand wusste wann genau der richtige Zeitpunkt wäre um die Eizelle zu entnehmen, da ich ja nicht mit Brevactid ausgelöst hatte. Eine echte IVF naturelle eben. Frau Dr. Popovici meinte es wäre eine 50/50 Chance. Aber die Punktion verlief gut und die Eizelle konnte gewonnen und auch befruchtet werden. Und das obwohl ich meinem Mann gar nicht in der Praxis begegnet bin.
Am Tag 2 kam es dann auch noch überaschenderweise zum Transfer aber ich war in der Warteschleife bemüht meine Erwartungen nicht allzu hoch zu stecken.

Die ersten 3 Tage nach Transfer bin ich mit starker Migräne im Bett gelegen und habe daraufhin auch wieder eine Erkältung bekommen. Trotzdem war ich auch diesmal in der Warteschleife einigermaßen entspannt und dachte mir, wir machen im Falle eines Falles einfach gleich im nächsten Monat weiter, mit Auslösespritze und bester Eizelle.

Also bin ich zwei Wochen später mit etwas Unwohlsein, aber zum ersten mal nicht hysterisch, zum Bluttest gefahren.
Dort nahm das Chaos weiter seinen Lauf. Normalerweise bekommt man die Blutwerte aus dem Labor zwischen 11.00 Uhr - 12.00 Uhr. Nicht so an diesem Tag, es gab einen Geräteausfall im Labor und erst nach zahlreichen Anrufen bekam ich das Ergebnis um 17.00 Uhr. Ich wäre beinahe in Ohnmacht gefallen, als ich den HCG Wert gesehen habe: 199!!!!! 

Nach langer Zeit und vielen vergossenen Tränen hielt ich doch tatsächlich einen positiven Schwangerschaftstest in den Händen! Meinen positiven Schwangerschaftstest. Es war und ist heute noch ein Wunder! 

Wir sind so dankbar dass uns Frau Dr. Schweizer-Arau und Frau Dr. Popivici diesen neuen Behandlungsweg ermöglicht haben. Somit hat uns der lange beschwerliche Weg der Kinderwunschbehandlung doch noch an unser Ziel gebracht. 
Wir haben unser Leben zurück und können es kaum erwarten unser zweites Kind in ein paar Wochen in den Armen zu halten.
Bitte warten …