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Sabine Sabine schrieb am 9. Januar 2015 um 21:03
Anfänglich dachten wir, wie so viele Paare, dass ein Kind zu bekommen doch eigentlich so schwierig nicht sein kann. Hier ist unsere Geschichte:

Nach zwei erfolglosen Jahren gingen wir beide doch einmal zum Arzt, um uns auf eventuelle Probleme für unseren Kinderwunsch untersuchen zu lassen. Bei mir war alles in Ordnung und nach den Worten des Urologen sollte mein Mann etwas mehr Vitamin C zu sich nehmen, das sollte die Qualität der Spermien verbessern und in den nächsten drei Monaten wäre ich bestimmt schwanger. Ach ja - „schön in Urlaub fahren“ sollten wir natürlich auch.

Die Überweisung in die Kinderwunschpraxis habe ich mir letztendlich selbst geholt. Nach der Grundaufklärung über die gegebenen Möglichkeiten begannen wir mit Inseminationen. Nach der fünften Insemination wurde mir erklärt, dass wir auf diesem Weg kaum Erfolgsaussichten hätten und man riet mir dringend zu einer ICSI. Nach einem langen, z.T. entwürdigenden Kampf mit den Krankenkassen entschlossen wir uns zu diesem Schritt. Beim zweiten Versuch wurde ich schwanger, alles verlief ganz normal. In der 13. Woche jedoch bekam ich Blutungen. Nach einem Ultraschall beim Frauenarzt sollte ich mir keine Sorgen machen, es wäre alles in Ordnung und unser Baby entwickelt sich ganz normal. Beim ersten großen Ultraschall brach dann aber unsere kleine Welt zusammen: Wir erfuhren, dass unsere Tochter nicht lebensfähig sei wegen Trisomie 18, die Anzeichen dafür wären ganz eindeutig auf dem Ultraschall zu sehen. In der 22. Woche wurde unsere kleine Tochter tot geboren.

Wir waren wie gelähmt, unsere Welt stand still und wir mussten erkennen, dass wir sehr allein waren. Unsere Familien und Freunde waren, wie ich jetzt glaube, mit diesem Ereignis einfach überfordert und zogen sich zurück. Die Schritte zurück ins normale Leben fielen uns sehr schwer und den Mut und die Kraft weiter zu machen mussten wir uns gegenseitig geben. Als wir uns stark genug fühlten, versuchten wir es erneut mit ICSIs. Sehr schnell stellte sich aber heraus, dass ich auf die Hormonstimulation nicht mehr gut reagierte. Nach insgesamt vier erfolglosen ICSIs und zwei abgebrochenen Versuchen, die natürlich zwischenzeitlich gemäß den Vorgaben ohne Krankenkassenunterstützung auch finanziell zur Belastung wurden, meinte unser Arzt, dass wir uns mit der Kinderlosigkeit wohl abfinden müssen.

Vollkommen verzweifelt half mir in dieser Situation Frau Büchl, die mir eine damals ganz neue Kinderwunschpraxis in München und damit Frau Dr. Popovici und Ihr Team empfahl. Was ich und mein Mann in dieser Praxis erlebt haben, unterscheidet sich so grundlegend von allen bis dahin gemachten Erfahrungen, dass wir immer wieder nur dankbar sein können, diese Empfehlung bekommen zu haben. Kompetenz, Einfühlungsvermögen, Verständnis und immer ein offenes Ohr – in dieser Praxis wird dies gelebt. Bei unserem ersten Besuch erörterte uns Frau Dr. Popovici, dass es die Option einer ICSI ohne Hormonstimulation und gute Erfolgschancen hiermit gibt. Nach den ersten, leider erfolglosen Versuchen, empfahl mir Dr. Popovici dann Frau Dr. Schweizer, da ich psychisch unbedingt Hilfe brauchte, um die Vergangenheit zu verarbeiten und um mich "frei" zu machen für eine neue Schwangerschaft.

Dies kollidierte mit meiner bis dato gehegten Grundeinstellung, nach der man sich nur genug anstrengen müsse um Erfolg zu haben. Angesichts dieser Meinung konnte ich mir wirklich nicht vorstellen, dass mir ein paar Nadeln und Tees helfen könnten, unseren jahrelangen Kinderwunsch doch zu erfüllen.

Die psychische Begleitung bei meinen vielen, vielen Versuchen war so wichtig, da ich natürlich Monat für Monat immer wieder gehofft habe und aus meiner Enttäuschung und Niedergeschlagenheit immer wieder aufgebaut werden musste. Ich war so darauf fixiert endlich schwanger zu werden, dass alles andere unwichtig, und das tägliche Leben eigentlich nur die Zeit zwischen den Versuchen war.

Ich weiß bis heute nicht, wie Frau Dr. Schweizer es geschafft hat meine Gedanken "umzulenken". Fakt ist aber, dass Sie mich aus dem Tal der Tränen und aus meinem Selbstmitleid herausgeholt und mir geduldig aber bestimmt den Kopf zurecht gerückt hat. Für Sie stand nie in Frage, dass mein Mann und ich doch ein Baby bekommen würden.

Irgendwie ging es uns mit der Zeit besser und wir haben versucht, Spaß am Leben zu haben. Wir fuhren wieder in den Urlaub, auch wenn wir hierdurch einen Monat versuchslos verstreichen lassen mussten. Auch brach für mich keine Welt mehr zusammen, wenn meine Eizellen mal nicht so wollten. Wir haben nicht aufgegeben.

Als ich dann erfahren habe, dass ich wieder schwanger bin, fuhren unsere Gefühle natürlich Achterbahn und Dr. Schweizer half mir, die letzten dunklen Wolken zu vertreiben. Ich durfte eine wunderschöne und unkomplizierte Schwangerschaft erleben. Exakt am berechneten Tag kam unser Sohn gesund und munter zur Welt.

Unseren Sohn nun jeden Tag zu sehen und in den Armen zu halten ist ein unbeschreibliches Geschenk und wunderschön.

Wir haben auf unserem Weg, der insgesamt fast sieben Jahre gedauert hat, gelernt, wie wichtig es ist, die richtigen Menschen kennen zu lernen und ihnen zu vertrauen. Gelernt haben wir aber auch, dass es Dinge gibt, auf die man keinen Einfluss hat und die geschehen. Begleitet hat uns auf dem Weg ein Zitat von Oscar Wilde: Am Ende wir alles gut – wenn es noch nicht gut ist, ist es noch nicht das Ende.

In diesem Sinne möchten wir mit unserer Geschichte Mut machen und hoffentlich etwas Kraft weitergeben für Paare in der gleichen Situation. Gebt nicht auf!
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