Gästebuch
Herzlich Willkommen im Gästebuch
ich würde mich über Ihren Eintrag mit Anregungen oder Kritik und Lob sehr freuen. Gerne gebe ich Ihnen hier auch Gelegenheit zum Austausch. Wenn Sie also als Patientin einmal den Kontakt zu anderen Betroffenen suchen, dann schreiben Sie dies hier in das Gästebuch und vergessen Sie nicht, Ihre E-Mail-Adresse einzutragen.
Liebe Frau Schweizer-Arau, nun ist es schon so lange her, dass wir bei Ihnen waren und das zeigt aber auch, wie ein kleiner Mann die Welt verändern und füllen kann. Nun - wie schon lange versprochen - zum Mut machen für alle, unsere kleine Geschichte. Sie beginnt wahrscheinlich wie bei vielen, die bei Frau Schweizer-Arau sind. Der Kinderwunsch bleibt unerfüllt, eigentlich gibt es medizinisch gesehen keinen wirklichen Grund dafür. Wir gehen in das erste Kinderwunschzentrum und nach Inseminationen und mehreren IVF - Behandlungen bin ich endlich schwanger. Leider nur für einen Tag, denn dann setzen die Blutungen ein. Erst die Versuche, durch absolute Ruhe, das Kind zu halten, dann allerdings bleiben die Schwangerschaftswerte hoch und die Blutungen bestehen. Es wird eine Eierstockschwangerschaft festgestellt. 6 Wochen lang geht das Leben auf und ab. Sofa und Krankenhaus hin und her. Die Notfallaufnahme ist uns schon sehr bekannt. Immer wieder ins Büro gehen, damit das Leben auch weitergeht. Dann Notfall-OP in der Nacht und der ganze Spuck aber auch sehr viel Lebenskraft weg. Wir hatten zum ersten Mal wirklichen Respekt vor dem, was wir da tun. Vielen herzlichen Dank für all die Telefonate, die wir miteinander hatten und wo Sie mir geholfen haben, diese Zeit zu überstehen. Noch zwei weitere erfolglose Versuche folgen in einem neuen Kinderwunschzentrum, dann entscheiden wir uns den Weg einer Adoption anzusehen und gehen auf unser Jugendamt zu sowie auf Insitute zur Auslandsadoption. Schnell wird klar, dass die Auslandsadoption zu lange dauern wird und wir uns selbst zu alt dafür fühlen, mit unseren knappen 40 Jahren. Zum Glück ist das Adoptionsbewerberseminar kurz nach unserem ersten Kontakt mit dem Jugendamt, d.h. wir können schnell den Prozess beginnen. Wir sind innerhalb von einem halben Jahr anerkannte Adoptionsbewerber, allerdings wird uns auch signalisiert, dass wir in unserer Heimatstadt keine Chance haben werden, da zu wenige Kinder adoptiert werden. Über eine ganz, ganz liebe Freundin und selbst Adoptions-Mama erfahren wir, dass wir uns auch in mehreren anderen Städten bewerben können, da teils auswärtige Bewerber angenommen werden - insbesondere in den neuen Bundesländern. Diesen Weg schlagen wir dann ein. Zeitaufwendig, da jeder einzelne Landkreis kontaktiert werden muss und weil jeder Landkreis ein anderes Bewerbungsformular hat. D.h. wir füllen seitenweise Formulare aus. Am Ende sind wir von 6 Landkreisen/Städten parallel angenommen, nachdem wir allerdings bei jedem von diesen uns noch persönlich uns vorstellen mussten. D.h. auch 6 x in die neuen Bundesländer reisen... Übrigens haben wir alle Jugendämter darüber informiert, dass wir parallel auf weiteren Listen stehen und auch das stellte für Niemanden ein Problem dar. Da geschieht das Unglaubliche. Wir bekommen einen Anruf von einer Stadt, die uns nur vom Papier kennt, d.h. wir haben uns nicht persönlich vorab vorgestellt und wussten gar nicht, dass wir hier auf der Warteliste schon stehen. Eine Dame am Telefon sagt uns: Ein kleines Mädchen wäre zur Adoption frei, 2 Jahre alt. Wir müssten sofort anreisen, da die Adoption noch in der gleichen Woche sein soll, da die leibliche Mutter sich endlich dafür geöffnet hat. Wir reisen an - ohne Plan, ohne eine Vorstellung, was da passiert. Schon am nächsten Tag sitzen wir im Wohnzimmer der Pflegemutter und sehen das Kind. Und dann passiert das wirklich Unglaubliche. Ich bekomme Panik, Angst und merke, dass dies NICHT mein Kind ist. Schlaflose Nacht, Tränen über Tränen. Wir sagen tatsächlich ab!!! Rufen danach Frau Schweizer-Arau an. Sie bietet uns an, dass wir direkt zu Ihr kommen, um zu schauen, was los ist. Nachdem Gespräch mit Frau Schweizer-Arau rufen wir das dortige Jugendamt nochmals an und bitten um eine zweite Chance, das Kind in Ruhe kennen zu lernen, allerdings wird dies uns nicht mehr ermöglicht.Wir gehen auf große Reise direkt danach, inkl. Foto etc. und hoffen, hoffen, dass sich das Jugendamt doch noch anders entscheidet, aber dies ist nicht so. Wir kontaktieren alle offenen Jugendämter und berichten ganz, ganz offen, was uns passiert ist, dass wir aber nach einer langen Reise und viel Überlegungen nach wie vor daran glauben, dass wir Adoptionseltern sein wollen. Alle, wirklich alle Jugendämter betonen, dass diese Absage uns eher noch attraktiver für Sie als Bewerber macht, da wir eine Reflektionsmöglichkeit hatten, die es nicht oft gibt. D.h. wir bleiben - obwohl wir ein Kind abgelehnt haben - auf allen Bewerberlisten und obwohl wir kurz vor 40 Jahre sind!!! Und dann der nächste noch unglaublichere Augenblick. Wir sind Ende Oktober zu einem weiteren Bewerbungsgespräch in einer weiteren Stadt eingeladen. Das Gespräch dauert lange und ist extrem professionell geführt; es wurden auch sehr kritische Fragen gestellt, die nicht einfach zu beantworten waren. Wir erhalten dann Ende November die Zusage dort noch für ein Jahr auf die Warteliste zu kommen. 2 Wochen später klingelt das Telefon und die Damen von diesem letzten Jugenamt ist am Apparat. Wir erhalten also 4 Monate nach dem Ablehnen des ersten Kindes, nach nur 11 Monaten Adoptionsprozess und 2-6 wöchentlicher Wartezeit in dieser Stadt, einen zweiten Anruf. Ein kleiner Sohn wartet auf uns. Wir reisen an - das zuständige Jugendamt ist wie erwähnt - über unsere traumatische Situation vom ersten Adoptionsversuch informiert - und ist fürsorglich, sanft, einfühlsam und zwingt uns sogar dazu, uns Zeit für die Entscheidung zu nehmen. Alles läuft wunderbar - Wir sehen den kleinen Mann und es ist klar, dass dies nun unsere Familie sein soll. Wir sind nun seit 2 Jahren stolze, überglückliche Eltern eines Sohnes. Wir möchten mit diesem kleinen Bericht allen Mut zu sprechen, dass weder Krankheit, noch das Alter und auch nicht das eigentlich unfassbare Ablehnen eines Kindes das Ende der Geschichte sein muss. Das eigene Herz ist der beste Ratgeber und sagt uns genau, wo wir hingehen sollen und wo nicht. - Und manchmal geht es schneller als man sich jemals vorstellen kann.